Langeleben

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Langeleben – Das Ende Vom Lied

Obwohl die 1. Schwadron Langeleben verlassen hatte, mussten die Soldaten immer noch einen 24-stündigen Dienst versehen, wobei sie aus Celle mit Kleinbussen jeden Tag pendelten. Mobile Einsätze für Aus- und Fortbildung wurden von Langeleben aus regelmäßig ausgeführt. Auch EloKa-Einheiten anderer NATO-Länder kamen nach Langeleben, um das Training auszuführen, darunter US-Amerikaner (sowohl aus Deutschland als auch aus den USA), Dänen, Deutsche, Französen und Holländer. Viele Freundschaften wurden durch diese Begegnungen geschlossen.

Der Anfang vom Ende der Geschichte des Langeleber Camps kann auf den 9. November 1989 festgelegt werden, als die Berliner Mauer und die Innerdeutsche-Grenze geöffnet wurden. Die, die diese Tage durchlebten werden die Geschehnisse jenes Herbstes nie vergessen. Da Königslutter so nah an der Grenze lag, wurde die Stadt sehr fruh von Menschen aus der DDR mit ihren ungewohnt riechenden Zweitaktautos, den Trabbis „erobert“. Die Supermärkte waren Anlaufpunkte und wurden schnell geleert.

Im Frühjahr 1991 verschwand ein anderer Veteran des Kalten Krieges – der Britische Militärzug, der seit 1945 täglich von Berlin nach Braunschweig und zurück fuhr. Laut dem Wiedervereinigungsabkommen mussten alle Sowjetische Truppen das Gebiet der DDR bis Ende 1995 verlassen. Das bedeutete für das Stammpersonal in Langeleben folglich das „Aus“. Arbeit in der Einsatzzentrale wurde bis auf normalen Tagesdienst an Werktagen gekürzt. Infolge der Entspannung innerhalb Europas wurden Truppenmanöver der Rheinarmee bis auf das Minimum reduziert. Die Britische Regierung führte eine grundlegende Neuverwertung der Verteidigungspolitik unter dem Namen „Veränderungsoptionen“ durch.

Der Rückzug der Sowjetischen Truppen nahm seinen Lauf und die Arbeit in der Einsatzzentrale in Langeleben wurde eingestellt. Die Soldaten kamen aus Celle jetzt nur zum Fitnesstraining oder Sport und etwas frische Luft zu schnappen.

Die Empfehlungen der “Veränderungsoptionen” traten im Februar 1992 in Kraft. Das Langeleber Camp sollte am 30. November 1992 seine Tore für immer schließen. Diese längst erwartete Entscheidung traf nicht nur das Militär- und Zivilpersonal sondern alle, die über die Jahre ihren Dienst in Langeleben versehen hatten. Eine große Abschiedsfeier fand unter Beteiligung von ca. 300 alten Kameraden aus aller Welt in Juni 1992 statt. Der damalige Bürgermeister Königslutters äußerte sich als „sehr angetan, dass so viele Ehemalige den langen Weg nach Königslutter wieder gefunden hatten. Ein Zeichen dafür, dass sie sich immer wohl in der Domstadt gefühlt hätten.“ Kurze Zeit danach wurde die Kameradschaft gegründet, mit einem wechselnden Jahrestreffen in Königslutter und England. 2009 wurde ein Natursteindenkmal aufgestellt, das an die Deutsch-Britische Freundschaft erinnert.

 

Ó John Richardson 2011

Dank an Annegret Schnepf für ihre Hilfe

 

 

Last updated 26 January 2012

 

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